Wildkatzen im Lohmarer Wald aufspüren

© Justus Siebert

Eines der erfolgreichen Artenschutzprojekte in NRW ist die Wiederansiedelung der Wildkatze in großen Waldgebieten wie dem Rothaargebirge oder der Eifel. Dass die Bestandssituation der Wildkatze sich in den letzten Jahren stabilisiert hat, nachdem sie jahrzehntelang vom Aussterben bedroht war, sei das Ergebnis von ambitionierten Naturschutzmaßnahmen, lobte Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Umweltministerium.

Gemeinsam mit Stephan Schütte vom Landesbetrieb Wald und Holz, der Wildkatzenexpertin Dr. Christine Thiel und dem BUND-Landesvorsitzenden Holger Sticht unternahm er am Vormittag des 19. März eine Exkursion in den Lohmarer Wald. Dort wird derzeit die rechtsrheinische Verbreitung der Wildkatze im Rahmen des durch das NRW-Umweltministerium geförderten Projektes „Wildkatzensprung“ erfasst. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) untersucht in mehreren Gebieten in Nordrhein-Westfalen das Vorkommen der scheuen Tiere. Mit Hilfe dieser Erfassungen wird eine bundesweite Gendatenbank erstellt, welche Rückschlüsse auf die Populationen ermöglicht.

Mit Lockstöcken, von denen Staatssekretär Becker einen unter fachkundiger Anleitung aufstellte, soll das mögliche Wildkatzenvorkommen in den Wäldern bei Lohmar nun überprüft werden. Dabei macht man sich die Anziehungskraft von Baldrian zu Nutze: Angelockt durch den für sie unwiderstehlichen Duft reiben sich die Katzen an den aufgerauten Holzleisten und hinterlassen dabei Haare, anhand derer man Art, Geschlecht und Verwandtschaft ermitteln kann. Becker: „Ich bin sehr gespannt, welche Ergebnisse dabei herauskommen werden und ob die Wildkatze auch hier wieder heimisch wird.“

Die Wildkatzen hätten sich wieder ansiedeln können, weil NRW mehr als zehn Prozent seiner Wälder nicht mehr nutze. Das schaffe auch Lebensräume für Arten wie den Schwarzstorch, den Luchs und viele weitere seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten. In NRW seien 45 Prozent der Tier- und Pflanzenarten gefährdet, sagte Horst Becker weiter. Deshalb wolle das Umweltministerium noch im ersten Halbjahr 2014 die Eckpunkte für eine neue Strategie zum Schutz der Artenvielfalt vorlegen.

Weitere Informationen zum Projekt des BUND unter http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/naturschutz/wildkatzenschutz/projekt_wildkatzensprung/

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