Wanderfalke kehrt zurück

Er ist der schnellste Vogel der Welt – der Wanderfalke. Gemütlich geht es in seiner ausgewählten Behausung in Düsseldorf-Bilk auch nicht gerade zu. Er brütet im Turm der St. Suitbertus Kirche direkt neben den Kirchenglocken. Am 22. Juli musste der parlamentarische Staatssekretär des NRW-Naturschutzministeriums, Horst Becker, deshalb zunächst einige Wendeltreppen erklimmen, um die Wanderfalkenbrut genauer in Augenschein nehmen zu können. Der Besuch fand im Rahmen der zwölften Station der Sommertour „WildesNRW“ statt.

„Direkt vor unserer Haustür befindet sich im urbanen Raum ein Stück Wildnis“, sagte Horst Becker. Diese heimische Artenvielfalt müsse besonders geschützt werden, zum Beispiel durch Wiederansiedelungsmaßnahmen. Der Wanderfalke galt bis Ende der Siebziger Jahre in NRW als ausgestorben. Mit Rückgang der Pestizidbelastung und durch gezielte Schutzmaßnahmen konnten in NRW ab dem Jahr 1989 die ersten Wiederbesiedelungen erfolgen. Der Wanderfalke findet inmitten der industriell geprägten Landschaften des Ruhrgebiets seine bevorzugten Lebensräume. Er nutzt Fabrikschornsteine, Kirch- und Kühltürme, auf denen eine weite Sicht und viel Wind herrschen, um dort seine Nester zu bauen. Wanderfalken sind die schnellsten lebenden Tiere, denn im Sturzflug können sie leicht über 300 Kilometer in der Stunde erreichen. Mit dieser Geschwindigkeit stoßen sie bei der Jagd auf ihre Beute, zum Beispiel Tauben, herab.

Dass ein Wanderfalken-Paar mitten im Stadtgebiet brütet, hat die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) erreicht. Die AGW im NABU-Landesverband setzt sich ausschließlich für den Schutz und Erhalt der Wanderfalken ein. Die Mitglieder stellen Nistkästen an Bauwerken auf, erfassen den Brutbestand und beringen die Jungvögel.

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