Der Wolf kehrt zurück nach NRW

Wann die ersten frei lebenden Wölfe nach Nordrhein-Westfalen kommen, lässt sich nicht genau vorhersagen. Dass sie kommen, ist jedoch sehr wahrscheinlich. Das machte Horst Becker, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Naturschutzministerium, beim Besuch des Wolfsgeheges im Heimattierpark Olderdissen in Bielefeld im Rahmen seiner Sommertour „WildesNRW“ am 5. August deutlich.

Ziel der Sommertour sei, „ein Bewusstsein zu schaffen für die faszinierende Vielfalt unserer Natur hier in Nordrhein-Westfalen“, sagte Horst Becker. Denn „trotz vieler erfolgreicher Naturschutzprojekte hier in NRW stehen noch immer 45 Prozent der hier lebenden Arten auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht.“ Der Wolf gilt in Nordrhein-Westfalen seit 170 Jahren als ausgestorben. Seine Ausrottung wurde mit Treibjagden und Fangprämien systematisch vorangetrieben, als nach der Ausbreitung menschlicher Siedlungs- und Agrarflächen mit offener Viehhaltung die Verluste an Nutztieren durch Wölfe zu groß wurden.

Es kehren viele Tiere aus anderen europäischen Ländern selbständig wieder nach NRW zurück, sobald Lebensräume wieder hergestellt wurden und die Tiere die entsprechenden Rückzugsräume finden. „Wir können auch beim Wolf langfristig mit einer natürlichen Rückkehr nach Nordrhein-Westfalen rechnen“, erklärte Dr. Matthias Kaiser, Leiter des Arbeitskreises Wolf vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV).

Anzeichen für eine Rückkehr des Wolfes auch nach NRW ist die positive Entwicklung der Bestände in anderen Bundesländern. Das Auftauchen einzelner Tiere aus Niedersachsen in Ost- und Südwestfalen oder in der Eifel ist daher möglich. Denn junge Wölfe suchen sich neue Reviere und wandern dabei teilweise mehrere hundert Kilometer weit.

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen bereiten sich auf die Rückkehr von Wölfen in die heimischen Wälder vor. Das Land hat mehrere Luchs- und Wolfsberater ausgebildet, zu deren Aufgaben auch die Erstaufnahme von Rissen an Wild- und Nutztieren gehört. Außerdem hat das Land 2010 eine erste Arbeitsgruppe aus Fachleuten von Behörden sowie Vertretern der Naturschutzverbände, der Jagd und der Schafzucht gegründet. Ziel der Arbeitsgruppe ist, die „wolfsfreie“ Zeit zu nutzen, um Akzeptanz für den Wolf zu schaffen und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.

Verschiedene Informationsmaterialien können über die neue Internetseite www.wolf.nrw.de bestellt werden.

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